UNSERE GESUNDHEITSEXPERTEN KLÄREN AUF

Prof. Olaf Hoos im Interview

 

Im Interview mit Dr. Kai Fehske und Prof. Dr. Olaf Hoos haben wir über den hohen Stellenwert von Bewegung, Tipps für Freizeitsportler und natürlich die Schritt-Challenge MOVEIT  gesprochen. Wie viel Bewegung ist optimal? Welche Sportart ist die beste für Einsteiger? Und was bringt so eine Schritt-Challenge überhaupt? Wir haben die Antworten: DIREKT ZUM VIDEOINTERVIEW GEHT'S HIER!

DIE GESUNDHEITSEXPERTEN

Dr. Kai Fehske, Facharzt für Sportmedizin, Orthopädie und Unfallmedizin am Universitätsklinikum Würzburg, ist für die orthopädischen Verletzungen der Profi-Basketballer zuständig. Bevor die Mannschaft einen Spieler verpflichtet, wird er von Dr. Fehske untersucht. Zudem ist der Facharzt einmal wöchentlich beim Training der Profis dabei, um nach kleineren Blessuren bei den Spielern zu schauen. Bei ernsten Verletzungen steht er den Spielern im Krankenhaus zur Seite und hilft bei der anschließenden Regeneration.

Prof. Dr. Olaf Hoos, Sportwissenschaftler und wissenschaftlicher Leiter des Sportzentrums der Universität Würzburg, ist seit fünf Jahren für die Mannschaft tätig. Zum einen betreut er die Leistungsdiagnostik der Profis und der Baskets Akademie, zum anderen arbeitet er bei verschiedenen Projekten zwischen der Universität und dem Basketball-Club, wie auch jetzt bei MOVEIT , mit.

BEWEGUNG MACHT DEN UNTERSCHIED

“Der Mensch ist eigentlich ausgelegt auf Bewegung, das haben wir nur seit der Industrialisierung ein bisschen vergessen”, so Prof. Hoos. Der Mensch brauche Bewegung für den Energieverbrauch, da nur das uns gesund halte. Somit sei die Kombination aus Bewegung im Alltag, Sport und einer gesunden Ernährung essentiell für den Menschen. Die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen 10.000 Schritte am Tag entsprechen etwa einer Distanz von 8 Kilometer Gehen - ab hier setze ein zusätzlicher gesundheitswirksamer Energieverbrauch ein. Dieser sei sowohl für das psychische als auch für das physische Wohlbefinden (z.B. Herz-Kreislauf-Prävention) sehr hilfreich. Die 10.000 Schritte seien ein guter Anhaltspunkt, um überhaupt erstmal in Bewegung zu kommen und so einen Einstieg in einen bewegteren Alltag zu finden.

WENIGER IST MEHR ODER VIEL HILFT VIEL?

Die Schritt-Obergrenze in der diesjährigen Runde MOVEIT  wurde auf 25.000 Schritte begrenzt, jeder zusätzliche Schritt fließt nicht in die Wertung mit ein. Die Entscheidung dazu beruht auf Erfahrungen aus der letzten Challenge, in der Teilnehmer zum Teil über 40.000 Schritte am Tag gelaufen sind. Aber kann “zu viel gehen” überhaupt ungesund sein?

Studien beweisen, dass ab einem gewissen Energieverbrauch eine deutlich bessere Gesundheitsprognose entsteht. “Das bedeute aber nicht, dass je mehr ich mache, desto besser - das flacht irgendwann auch wieder ab”, so Prof. Hoos. Er empfiehlt, realistisch zu bleiben und sich ein Ziel zu setzen, das man dauerhaft umsetzen kann. Auch Dr. Fehske ist der Meinung, dass Sport, der zu exzessiv ausgeübt werde, nicht gesund sei. Jeder solle für sich die richtige Dosis an Bewegung finden: Zwar könne man, wenn es nur ein paar Tage sind, seine Grenzen austesten - es solle jedoch niemand mit Schmerzen die Challenge bestreiten.

TIPPS FÜR MOVE IT-TEILNEHMER

Laut Dr. Fehske sei es für die Teilnehmer der Schritt-Challenge vor allem wichtig, die Unterschenkelmuskulatur und hintere Muskulatur zu dehnen und das Sprunggelenk zu mobilisieren. Diese Bereiche würden beim Gehen besonders stark beansprucht. Er empfiehlt dafür eine einfache Übung: Dabei versucht man, mit der Ferse auf dem Boden das Knie nach vorne zu bewegen - so werde auch die Achillessehne mobilisiert.

Zudem könnten “Freizeitsportler ihre Belastung meist nicht so gut wie Profi-Sportler einschätzen”, so Dr. Fehske. Daher neigten viele Freizeitsportler zur Verkürzung der Ruhezeiten - was jedoch nicht empfehlenswert sei. Nach einer Belastung sei eine adäquate Ruhephase einzuhalten, um Überlastungen und Verletzungen vorzubeugen.

Generell ergänzt Prof. Hoos, dass Freizeitsportler schauen sollten, zu welcher Sportart sie eine Affinität haben. Diesen Sport sollte man regelmäßig in ihren Alltag einbauen. Wer mit Spaß dabei sei, würde den Sport langfristig aufrechterhalten. Einsteigern rät er, mit Gehen zu beginnen und anschließend ins Joggen oder andere Formen von Ausdauersport überzugehen.

DER TREND: BETRIEBLICHES GESUNDHEITSMANAGEMENT

Betriebliche Gesundheitsförderung habe einen echten Wert für Unternehmen, so Prof. Hoos. Deshalb investierten immer mehr Unternehmen in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter. Diese sollen gesund sein und ihre Arbeit gut bewältigen können, wozu eben auch ausreichend Bewegung gehöre. Eine Schritt-Challenge bilde dafür einen guten Einstieg: Viele Mitarbeiter würden sich auch nach der Challenge zusammenschließen und das gemeinsame Gehen oder Laufen aufrecht erhalten.

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